Ratgeber
Veröffentlicht:
Update:
Lesedauer:
4 Minuten

Backups automatisieren

Backups automatisieren | Bild : ©alphaspirit (Federico Caputo)/Depositphotos.com

Backups zu automatisieren spart nicht nur Zeit, sondern kann auch wichtige Daten retten und im Fall von Schäden und Problemen im System als Sicherheit dienen. Doch welche Variante ist die Beste und worauf kommt es bei der Auswahl an? Unser Ratgeber zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auf.

Backups automatisieren – Vorteile

Während der täglichen Arbeit müssen große Datenmengen verarbeitet werden. Kommt es zu einem Ausfall des Systems beziehungsweise des Netzwerks, können wichtige Informationen verloren gehen. Backups sind daher in jedem Betrieb eine absolute Notwendigkeit, um Datenverluste zu verhindern.

Werden diese manuell durchgeführt, ist das jedoch mit täglichem Aufwand verbunden, kostet Zeit und ist fehleranfällig. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass ein Backup vergessen wird oder einzelne Dateien nicht gesichert werden. Backups zu automatisieren hat diesem Vorgehen gegenüber daher einige Vorteile. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Zeitersparnis
  • weniger Aufwand
  • geringere Fehleranfälligkeit
  • Backup kann nicht vergessen werden
  • frei wählbare Zeit für den Backup außerhalb von Arbeitsstunden

Abhängig von der gewählten Lösung sind die Daten zudem auch außerhalb des Büros abrufbar. Das hat wiederum den Vorzug, das Mitarbeiter bequem im Homeoffice Zugriff auf benötigte Informationen haben.

NAS -Vorzüge und Nachteile

Die Abkürzung NAS steht für Network Attached Storage und bezeichnet einen netzwerkgebundenen Speicher. Als externer Speicher wird er via LAN oder WLAN in das Netzwerk eingebunden und kann einem einzelnen aber auch mehreren Nutzern Zugriff ermöglichen.

Durch entsprechende Software kann die Datensicherung so automatisiert werden, dass sie täglich zur gleichen Zeit erfolgt. Zudem bringt sie weitere Vorzüge mit sich. Darunter:

  1. geringerer Stromverbrauch als herkömmliche PCs
  2. durch mehrere Festplatten ist das Speichervolumen auf den individuellen Bedarf anpassbar
  3. Zugriff kann ausschließlich firmenintern oder auch über Internet erfolgen

Hinzu kommt, dass NAS-Systeme vergleichsweise günstig in der Anschaffung sind und sich auch zur Sicherung der Daten im privaten Bereich eignen.

Scripte


Sogenannte Scripte oder Scripts sind Befehle, die zur Datensicherung dienen. Sie können automatisch ablaufen oder bei Bedarf ausgeführt werden. Am Beispiel von Windows wäre das Script „robocopy“ zu nennen. Dieses ist bereits im System vorhanden und verursacht daher keine zusätzlichen Kosten.

Über cmd – also die Eingabeaufforderung – können alle wichtigen Parameter festgelegt werden. Dabei werden die folgenden Befehle benötigt:

  1. Kopieren aller Dateiattribute, inklusive Zeitstempel: /copyall
  2. Kopieren aller Unterverzeichnisse, auch, wenn diese leer sind: /E
  3. Kopieren der Daten im Sicherungsmodus: /B
  4. Ausschluss bestimmter Daten beziehungsweise Verzeichnisse, die nicht kopiert werden sollen /XD
  5. Erzeugung eines Logfiles, mit dem der neue Status an die alte Datei angehängt werden kann: /LOG+
  6. Festlegung der Anzahl an Wiederholungsversuchen im Falle eines Fehlers: /R:3
  7. Einstellen der Wartezeit bis zu einer weiteren Wiederholung der Datensicherung: /W:10

Das Kopieren erfolgt nach Auswahl von der computerinternen Festplatte auf ein externes Laufwerk, das zuvor jedoch festgelegt werden muss. Die Kosten für diese Form des Backups sind ausgesprochen gering. Zudem kann die externe Festplatte flexibel eingesetzt werden. Weiterhin ist es möglich, die Festplatte nur für die Nutzung am eigenen Rechner einzusetzen oder fürdas Netzwerk freizugeben.

Software

Beim Automatisieren der Backups Ist in jedem Fall die entsprechende Software erforderlich. Das gilt vor allem dann, wenn eine solche nicht bereits im Betriebssystem integriert ist oder eine einfachere Steuerung gewünscht wird. Mittlerweile finden sich jedoch zahlreiche Angebote. Darunter auch kostenlose Versionen, wie beispielsweise Personal Backup.

Programme dieser Art erlauben einen Wechsel zwischen manueller und automatischer Erstellung eines Backups, lassen sich einfach bedienen und sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Rahmen einsetzen. Abhängig davon, wo die Daten gespeichert werden, können sie wiederum nur für bestimmte Personen und Arbeitsplätze freigegeben oder aber für mehrere beziehungsweise alle Beteiligten zugänglich sein. Bei der Auswahl sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Software zum bereits vorhandenen System passt und über die Kompatibilität hinaus auch die entsprechende Kapazität aufweist, um Backups schnell und sicher durchzuführen.

Cloud

Die sogenannte Cloud – also ein externer, digitaler Speicher – ist besonders für größere Unternehmen eine gute Lösung zur Automatisierung der Backups und zum Teilen von Daten. Das Speichern kann ebenfalls automatisch zu einem festgelegten Zeitpunkt oder manuell erfolgen.

So verlockend und positiv die Cloud aber auch erscheinen mag – frei von potenziellen Nachteilen ist sie nicht. Zwar kann der Zugriff für einzelne oder mehrere Personen freigegeben werden und die Daten sind von jedem PC aus zugänglich.Hinzu kommt, dass keine weiteren Geräte notwendig sind. Doch sind die Daten auch sicher?

Gerade bei den kostenlosen Varianten verschiedener Anbieter wie Dropbox, iCloud oder Google werden gespeicherte Daten oftmals nur für einen begrenzten Zeitraum aufbewahrt und im Anschluss – oftmals ohne weitere Vorwarnung – gelöscht. Kleinere Anbieter können vom Markt verschwinden und mit ihnen die sicher geglaubten Daten mehrerer Backups. Zudem muss mit technischen Problemen gerechnet werden und bei einem Ausfall des Internets sind die Backups nicht erreichbar. Bei dringenden Terminen oder einer anhaltend fehlendes Verbindung kann es hierdurch also zu Problemen kommen.

Fazit

Zur Automatisierung von Backups empfiehlt sich eine Kombination aus externen Speichern, wie beispielsweise externen Festplatten oder NAS und entsprechender Software beziehungsweise Scripten. Handelt es sich um größere Datenmengen oder ein großes Unternehmen, kann das Einschalten von Fachkräften sinnvoll sein, um die individuell beste Lösung für Backups zu implementieren.

Schreibe einen Kommentar

Mit * markierte Felder sind Pfichtfelder