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Cloud | Bild: © maxkabakov (Maksim Kabakou)/Depositphotos.com

Clouddienste im Blick: Worauf sollten Sie achten?

Clouddienste können Daten retten: Egal ob das Smartphone mit den Urlaubsbildern verloren gegangen ist oder die Festplatte mit der Abschlussarbeit einen Schaden erlitten hat – in jedem Fall sind wichtige Dateien in der Datenwolke sicher aufgehoben. Anders als bei einem USB-Stick ist ein Verlust praktisch unmöglich, weil die von den Anbietern genutzten Rechenzentren über ausreichende Redundanz aller Systeme verfügen. Darüber hinaus können bestimmte Daten auch einfacher zwischen verschiedenen Geräten synchronisiert werden. Doch hinsichtlich des Datenschutzes werden von Fachleuten immer wieder Bedenken geäußert und auch bei den Themen Bedienung und Preisgestaltung gibt es durchaus erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern. Worauf sollten Sie bei der Auswahl der Clouddienste achten, welcher Anbieter es besonders empfehlenswert? Die grundsätzliche Entscheidung: eigene Cloud oder Clouddienst?

Als Alternative zum Clouddienst können Sie auch einen eigenen Netzwerkspeicher betreiben. Die Einrichtung eines sogenannten NAS („Network Attached Storage“) ist heute deutlich einfacher als noch vor wenigen Jahren. Das Prinzip ist denkbar einfach, Sie binden über einen Mini-Server und heimische Internetverbindung eine Festplatte ins Netzwerk ein, die über entsprechende Apps auch problemlos von mobilen Endgeräten aus erreichbar ist. Vorteilhaft ist dabei, dass keine monatlichen Kosten anfallen und Sie Ihre Daten keinem Drittanbieter anvertrauen müssen. Dafür müssen Sie Anschaffungskosten im niedrigen dreistelligen Bereich tragen und auch bei der Datensicherheit Abstriche hinnehmen. Denn zum einen ist die heimische Internetverbindung in aller Regel weniger zuverlässig, zum anderen besteht natürlich immer das Restrisiko eines Datenverlustes durch einen Festplattendefekt. Mit zusätzlichen Sicherungen lässt sich dieses Risiko zwar minimieren; bei einem Geräteverlust beispielsweise durch einen Wohnungsbrand, sind die Daten aber unwiederbringlich verloren. Keine Frage: Trotz aller Fortschritte im Bereich kompakten Server sind die kommerziellen Clouddienste auch einfacher bedienbar.

Kostenloser Account oder Premium-Kunde?

Die meisten Clouddienste bieten die Möglichkeit eines kostenlosen Accounts mit einem geringen Datenvolumen. Bei Dropbox sind dies beispielsweise nur 2 GB, die tatsächlich für die meisten Nutzer nur zum Testen verwendet werden können oder allenfalls für eine überschaubare Anzahl an Dokumenten ausreichen. Google Drive stellt immerhin schon 15 GB bereit, ohne dass monatlich Geld investiert werden muss. Mit dieser Speichermenge lässt sich durchaus etwas anfangen, zumal Google eine weitere Besonderheit bietet: Wenn Fotos und Videos vom Smartphone gesichert werden und die Qualität minimal heruntergeschraubt wird, werden diese nicht auf den Speicherplatz angerechnet. Bei Videos darf die maximale Auflösung allerdings hierfür nur bei FullHD liegen – 4K-Filme verbrauchen also eine ganze Menge des enthaltenen Volumens, weil die Regelung hier nicht greift. Soll ein Upgrade auf 1 TB gemacht werden, dürften Probleme hinsichtlich des Speicherplatzes für die meisten Nutzer der Vergangenheit angehören. Bei vielen großen Anbietern wie Microsoft mit dem Produkt OneDrive werden dafür aktuell weniger als zehn Euro monatlich fällig.

Unterstützte Plattformen und zusätzliche Features

Insbesondere Anbieter wie Google, Microsoft und Apple sind aufgrund ihrer technisch perfekten Softwareanbindung und einem breiten Support prinzipiell im Vorteil. Zudem können Sie Ihre Marktmacht dafür nutzen, zusätzliche Features anzubieten: So bietet Google Drive wie schon erwähnt den unbegrenzten Speicherplatz für Fotos und Videos, bei Microsoft ist OneDrive als „Office 365“ im Paket mit Microsoft Office erhältlich. Darüber hinaus ist eine besonders einfache und tiefe Integration in die Windows Betriebssysteme vorgenommen worden, was die Bedienung für den Endbenutzer vereinfacht. Speziell aus Microsoft Anwendungen heraus kann direkt in die Cloud gespeichert werden. Doch auch wer ein iPhone oder Android Smartphone verwendet, kann eine gut umgesetzte App verwenden. Apple überzeugt seit jeher durch eine technisch perfekte Integration des eigenen Clouddienstes iCloud über alle Geräte des Konzerns hinweg. Sofern es sich lediglich um Kontakte, Kalenderfunktionen oder Mails handelt, lassen sich die in der iCloud gespeicherten Inhalte sogar auf einem Android Smartphone verwenden. Weil dies für die übrigen gespeicherten Dateien nicht ohne weiteres möglich ist, ist die iCloud aber auch tatsächlich nur Apple-Usern ans Herz zu legen. Der Anbieter Box hingegen richtet sich vor allem an Unternehmen, bei denen die Mitarbeiter auf gemeinsame Sharepoints zurückgreifen sollen und projektbezogen zusammenarbeiten – auch wenn sie sich vielleicht physisch nicht in einem Raum befinden. Sogar Kunden oder externe Mitarbeiter können Zugang zu ausgewählten Daten bekommen, was die Zusammenarbeit weiter verbessern kann. Dropbox hingegen überzeugt durch eine zuverlässige Software, die auch für Linux-Systeme zur Verfügung gestellt wird. Trotz der vergleichsweise hohen Preise für die Premium-Accounts ist Dropbox für Linux-Anwender eine interessante und aus technischer Sicht besonders einfache Wahl. Nextcloud hingegen möchte ein gesamtes Kollaborationsmodell aus einer Hand anbieten: Zusätzlich zum geteilten Speicherplatz lassen sich auch Kontakte und Mails synchronisieren; Nextcloud Talk sorgt für die Verständigung zwischen den Mitarbeitern.

Cloud-Nutzung mit dem Smartphone

Ein weiteres Entscheidungskriterium ist womöglich die Verwendung mit dem Smartphone. Zwar haben sämtliche Anbieter eine leistungsfähige App im Angebot, und auch einige Explorer-Apps erlauben die Anbindung eines virtuellen Datenspeichers. Doch im Regelfall übersteigt die Größe des Cloud-Speichers jene des internen Speichers des Smartphones – auch auf hochpreisigen Geräten lässt sich kein Terabyte an Daten speichern. Aus diesem Grund bieten Clouddienste beispielsweise von Google und Microsoft die Möglichkeit, Dateien auf dem Smartphone sichtbar zu machen, aber nur bei Bedarf herunterzuladen und zu öffnen. Aus diesem Grund sieht der interne Speicher des Gerätes nur geringfügig belastet. Für Fotos können auch eigene Galerien verwendet werden, sodass sich die Bilder ohne Download anzeigen. Allerdings: Ist eine Datei nicht lokal auf dem Gerät gespeichert, wird womöglich das eigene Datenvolumen belastet, wenn die Daten unterwegs abgerufen werden. Ist keine schnelle Datenverbindung vorhanden oder das Highspeed-Volumen aufgebraucht, können Sie überhaupt nicht mehr auf die Dateien zugreifen.

Das Thema Datensicherheit

Im englischen gibt es für Sicherheit zwei Begriffe: „Safety“ bezeichnet die Sicherheit z.B. vor Verlust – und diese Sicherheit wird durch einen Clouddienst ohne Zweifel hergestellt; mehr noch als auf physischen Datenträgern. „Security“ betrachtet die Sicherheit unter dem Aspekt des Diebstahls. Bei diesem Punkt sind die meisten Clouddienste nicht ohne Skepsis zu betrachten. Natürlich ist es notwendig, die Dateien über das Internet zu übertragen, was anders als bei dem Abspeichern auf einem USB Stick ein potentielles Einfallstor für Datendiebe bietet. Darüber hinaus ist bei einigen Anbietern für den Endverbraucher kaum zu erkennen, in welcher Weise die Daten genutzt werden. Vor allem Google ist in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil Sie als Nutzer Rechte an beispielsweise Fotos weitgehend an die US-Amerikaner abgegeben haben. Das Unternehmen streitet auch keinesfalls ab, dass die Daten analysiert werden, um die eigenen Softwaredienste weiterzuentwickeln. Trotzdem ist nicht allen Anwendern wohl dabei, wenn sie erkennen, welche Fähigkeiten die künstliche Intelligenz jetzt schon bietet: Problemlos werden Objekte und sogar
Personen auf Fotos erkannt, ebenso wie Geodaten aus den Bildinformationen ausgelesen werden. Microsoft und Dropbox äußern sich zu diesen Fragen in vergleichbarer Weise – und bieten Business-Lösungen an, die sich unter anderem durch besonderen Datenschutz auszeichnen sollen. Apple hingegen vertritt seit jeher ein etwas differenziertes Geschäftsmodell; die Kunden zahlen für die
Geräte – und nicht mit den eigenen Daten.

Fazit: Zuverlässig, komfortabel – und sicher?

Am Ende zeigt sich, dass beinahe alle Cloud-Anbieter heute technisch interessante Lösungen im Portfolio haben, die aus Anwenderperspektive durchaus überzeugen können. Selbst größere Dateien werden zuverlässig synchronisiert, sodass Sie über verschiedene Geräte darauf zugreifen können. Der Verlust eines Smartphones oder der Ausfall einer Festplatte bleibt ohne große Folgen, weil die scheinbar verloren gegangenen Dateien schnell wiederhergestellt werden können. Von unterwegs können Sie mit dem mobilen Endgerät auf sämtliche Dateien zugreifen oder neugierigen Betrachtern Ihre Urlaubsfotos präsentieren. Die meisten Anbieter ermöglichen dies sogar kostenlos, dann allerdings mit einem sehr geringen Speicherplatz. Selbst Premium-Accounts sind oft schon für einen einstelligen monatlichen Betrag erhältlich. Ein Nachteil hingegen: Werden sämtliche Dateien über einen langen Zeitraum hinweg gesichert, fallen womöglich für Jahrzehnte Kosten an. Darüber hinaus ist das Thema Datenschutz Vertrauenssache. Letztlich können Sie als privater Nutzer nicht zweifelsfrei erkennen, in welcher Weise die abgespeicherten Informationen von den Unternehmen ausgelesen und gegebenenfalls verwendet werden.