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DAS (Direct Attached Storage)

Direct Attached Storage | Bild : © Violka08 (Petr Ciz)/Depositphotos.com

Der Direct Attached Storage (DAS) ist ein direkt mit dem Rechner verbundener Speicher, der nur vom betreffenden Rechner aus erreichbar ist. Eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung besteht. Es handelt sich oftmals um Festplatten, aber auch Flash-Speicher kommen als DAS zur Anwendung.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für den DAS

Direct Attached Storage sind sich in einem gesonderten Gehäuse befindliche und an einen einzelnen Rechner angeschlossene Festplatten. Datenträger, die als DAS betrieben werden, bieten eine mit im Rechnergehäuse eingebauten Festplatten vergleichbare Leistung. Zusätzlich zur isolierten Nutzung ergeben sich in modernen IT-Konzepten weitere Verwendungsmöglichkeiten für den DAS: Einsatzgebiete für DAS finden sich beispielsweise bezüglich der Erweiterung von Network Attached Storage (NAS) und Storage Area Network (SAN) Festplatten Arrays. Die schnelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung macht dies möglich. NAS oder SAN fungieren in dieser Konstellation als Host. Der Ausdruck Punkt-zu-Punkt-Verbindung bezeichnet in der IT eine Direktverbindung zwischen zwei Punkten.

Über welche Schnittstellen sind DAS mit dem Rechner verbunden?

Es stehen grundsätzlich unterschiedliche Schnittstellen zur Verfügung, wozu unter anderem SCSI und SAS gehören. Blockorientierte Übertragungsprotokolle, die sich für direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen eignen, kommen ebenso zur Anwendung. ATA/ATAPI, FireWire, eSATA und USB mit UAS sind realisierbar. Der Rechner übernimmt die vollständige Steuerung der Kommunikation. Er steuert über die Punkt-zu-Punkt-Verbindung sämtliche Zugriffe auf den Speicher. Die Ansteuerung von anderen Rechnern aus ist beim DAS nicht vorgesehen. Dennoch ist es möglich, über spezielle Zugriffsrechte anderen Usern den Zugriff zu gewähren – dieses Vorgehen ist jedoch nicht die eigentliche Absicht beim DAS und dadurch mit einigem Aufwand verbunden.

Welche Funktionen erfüllt der DAS?

Der DAS fungiert als Festplatte für den Rechner und speichert langfristig und kurzfristig die Daten. Wenn Sie einen DAS an den Rechner anschließen, dann können Sie dort Programme und Dateien ablegen. Sie schützen die Daten vor unbefugtem Zugriff, da lediglich ein System auf den Speicher zugreifen darf.

Wie funktioniert der DAS?

Besteht der DAS aus einer Festplatte, dann läuft der Speichervorgang wie folgt ab: Die Scheibenoberfläche verfügt über eine hartmagnetische Beschichtung. Die Beschichtung wird berührungslos magnetisiert. Die Magnetisierung enthält die abzuspeichernden Informationen. Die verbleibende Magnetisierung (Remanenz) stellt die dauerhafte Speicherung der Daten sicher. Um die Informationen auszulesen, tastet der Sensor berührungslos die Oberfläche ab. Der Vorgang ist direktadressierbar, was bedeutet, dass kein sequenzielles Durchlaufen aller Speicherstellen erforderlich ist. Der Lesevorgang und der Schreibvorgang beginnen dort, wo sie geplant sind. Es müssen nicht alle Informationen der Reihe nach durchgelesen werden, wie es bei sequenziell adressierten Speichermedien notwendig ist. Daher sind Festplatten in die Kategorie der direktadressierbaren Speichermedien einzuordnen.

Welche Vorteile und Nachteile bietet DAS?

Das Speicherlaufwerk steht exklusiv für den angeschlossenen Rechner zu Verfügung. Es bietet hohe Datentransferleistungen und kurze Zugriffszeiten. Bezogen auf die hohe Leistung der Speicher sind die Anschaffungskosten des DAS als relativ gering zu bezeichnen. Die hohe Geschwindigkeit und die geringe Komplexität erleichtern die Nutzung. Als Nachteil kann auf die geringe Flexibilität verwiesen werden. Wenn Sie einen Zugriff von einem anderen Rechner aus tätigen wollen, dann ist das aufwendige Einrichten von Freigaben oder Benutzerrechten erforderlich. Nachteile treten außerdem bei einem Defekt der Festplatte auf. Eine Nutzung der Daten ist nicht mehr möglich, ein Backup-Laufwerk ist erforderlich. Daher empfehlen wir Ihnen, ein RAID-System zu verwenden, welches die automatische Spiegelung der auf der Festplatte gespeicherten Daten übernimmt. Entsteht ein Hardware-Defekt, dann haben Sie direkt eine Backup-Festplatte zur Verfügung. Sie können die Daten wieder herstellen, die Daten sind trotz der Defekts der Originalfestplatte nicht verloren.

Welche Alternativen bestehen zum DAS?

Wenn Sie den Zugriff auf den Speicher nicht nur einem Client sondern mehreren Anwendern erlauben wollen, dann sind SAN oder NAS Alternativen zum DAS. Der Zugriff auf die angeschlossenen Filesysteme ist mehreren Clients erlaubt. Ethernet, TCP/IP, Fibre Channel, FICON/ESCON und iSCSI sind übliche Protokolle zur Anbindung. Im Falle eines NAS erfolgt die Verwaltung der Zugriffsrechte innerhalb des NAS. Die Entscheidung, ob Sie einen DAS oder eine andere Speichervariante nutzen wollen, hängt
somit insbesondere von der Frage nach des exklusiven Zugriffs ab.

Welche Weiterentwicklungen im Bereich des DAS gibt es?

Klassischerweise besteht ein DAS aus einer Festplatte. Es bestehen jedoch Entwicklungen, die auf Flash-Speichern beruhen. Eine herkömmliche Festplatte verfügt über rotierende Platten und Köpfe, die dem Lesen dienen. Technologische Basis ist die Speicherung der Daten auf einem magnetischen Gerät. Die technische Grundlage beim Flash-Speicher hingegen sind elektronische Medien. Das Ziel ist eine Performancesteigerung. Suchfunktionen und Rotationsverzögerungen sind ausgeschaltet. Der Begriff DAS bezieht sich ausschließlich auf die Art der Verbindung und die Nutzungsweise, nicht auf die technische Realisation des Speichers. Somit ist es möglich, neuartige Speichermedien zu konstruieren und in Form eines DAS mit dem Rechner zu verbinden.


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