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Externe Festplatte reparieren

Externe Festplatte reparieren | Bild : © wiphotohunter (Wirat Suandee)/Depositphotos.com

Wenn die externe Festplatte aufhört zu arbeiten, ist guter Rat oft teuer. Nicht immer sind die gespeicherten Daten jedoch unrettbar verloren. In vielen Fällen lässt sich mit ein paar Reparaturmaßnahmen noch einiges bewerkstelligen.

Externe Festplatten sind sehr praktisch, können sie doch einfach und bequem transportiert werden. Genau hier liegt jedoch oft auch die Gefahr, denn Unfälle und Missgeschicke sorgen schnell einmal dafür, dass die Festplatte Fehler meldet oder gleich gar nicht mehr funktioniert. Ob anschließend eine Rettung der Daten noch möglich ist, hängt vom Grad und der Art der Beschädigung ab. Dabei ist auch nicht immer die Hilfe eines Fachmanns notwendig. In einigen Fällen können Sie sich auch selbst an die Reparatur machen.

Fehler richtig überprüfen

Auch wenn externe Festplatten schnell einmal einen Defekt aufweisen können, muss nicht jeder Fehler auf einen solchen zurückzuführen sein. Wird der Speicher von dem PC beispielsweise nicht erkannt, kann dies auch einen anderen Grund haben. Um festzustellen, ob wirklich ein Defekt vorliegt, sollten zunächst einmal das USB- und das Stromkabel überprüft werden. Hier geht es nicht nur darum festzustellen, ob die Kabel richtig eingesteckt wurden, sondern auch um eventuelle Kabelbrüche. Diese können verhindern, dass die Daten übertragen beziehungsweise die Festplatte kontinuierlich
mit Strom versorgt wird.

Sind beide Kabel in Ordnung, liegt der Fehler eventuell in einer falschen oder nicht vorhandenen Laufwerkszuordnung. Auch dies lässt sich relativ einfach überprüfen. In der Computerverwaltung findet sich das Untermenü Datenträgerverwaltung. Hier listet Windows alle angeschlossen Laufwerke, auch wenn diese nicht erkannt werden können. Wird hier eine Festplatte mit der passenden Speichergröße angezeigt, können Sie diese über Rechtsklick entweder als Partition aktivieren oder, falls dies schon der Fall ist, ihr einen neuen Laufwerksbuchstaben zuweisen. Oft funktioniert die Festplatte danach korrekt. Löst dieses Vorgehen die Probleme allerdings nicht, dann liegt wahrscheinlich ein wirklicher Defekt vor.

Ein physischer Defekt liegt vor

Grundsätzlich handelt es sich bei Festplatten um sehr sensible Technik. Sobald diese selbst physisch beschädigt ist, wird es mit der Reparatur schwierig. Festplatten lassen sich nicht einfach aufschrauben, um dann die fehlerhaften Teile auszutauschen. Liegt ein tatsächlicher physischer Defekt vor, ist das Speichermedium an sich in der Regel kaum noch zu reparieren. Dann geht es anschließend vor allem um die Frage, wie die gespeicherten Daten gerettet werden können. Auch hier haben Laien selbst kaum Möglichkeiten, da ihnen meist das technische und feinmotorische Wissen fehlt. Daher ist es klüger, sich bei einem richtigen Defekt direkt an Experten für Datenrettung zu wenden.

Um zu verhindern, dass es überhaupt soweit kommt, lohnt es sich, auf Warnzeichen zu achten, dass bei der Festplatte eventuell ein Fehler vorliegt. Gerade wenn es einen Sturz oder anderweitigem Unfall gab, ist Aufmerksamkeit besonders wichtig. Anzeichen, dafür, dass mit der Festplatte etwas nicht stimmt, können ungewohnte Geräusche wie lautes Kratzen und Piepen sein. Sobald diese auftreten, sollte zur Sicherheit sofort ein Back-up von den Daten erstellt werden.

Fehlerhaftes Gehäuse reparieren

Nicht immer müssen die Fehler jedoch auf Schäden an der externen Festplatte zurückführbar sein. Manchmal ist auch einfach nur das Gehäuse beschädigt. Grundsätzlich unterscheiden sich interne und externe Festplatten vor allem durch die Tatsache, dass externe Festplatten in einem separaten Gehäuse mit eigenen Anschlüssen kommen. Ein Fehler kann daher auch auf die Technik des Festplattengehäuses selbst und nicht auf das Speichermedium zurückzuführen sein.

Um zu überprüfen, wo genau der Fehler vorliegt, können Sie das Gehäuse öffnen und die Festplatte entfernen. Teurere Modelle sind meist verschraubt, was den Öffnungsvorgang relativ einfach macht, während günstigere Festplattengehäuse vielfach nur verklebt sind und daher nach der Öffnung mitunter stark beschädigt sind. Nach dem Öffnen des Gehäuses sollte zunächst überprüft werden, ob alle Anschlüsse noch fest sitzen. Lockere oder gelöste Anschlüsse können ein Grund für eine nicht mehr richtig funktionierende Festplatte sein.

Sind die Anschlüsse nicht das Problem, sollte die Festplatte im nächsten Schritt vorsichtig aus dem Gehäuse entfernt werden. Anschließend können Sie an einem PC überprüfen, ob das Speichermedium an sich noch funktioniert. So lässt sich jede Festplatte mit einem Strom- und SATA-Kabel mit einem PC verbinden, vorausgesetzt, es sind noch zwei Steckbindungen frei, die gerade nicht von der Systemplatte benötigt werden. Alternativ lässt sich die korrekte Funktionsweise auch mit einem neuen Festplattengehäuse überprüfen. Wichtig ist dabei, dass beim Kauf auf die richtigen Zoll-Maße geachtet wird. Funktioniert die Platte bei dem Test ohne Einschränkung, dann lag der Fehler beim Gehäuse und ein Ersatzgehäuse löst das Problem.

Möglichkeiten bei Schreib- oder Lesefehlern

Neben lauten Geräuschen sind auch häufige Schreib- oder Lesefehler ein Anzeichen dafür, dass mit der externen Festplatte eventuell etwas nicht stimmt. In diesem Falle sind meist Teile der Platte beschädigt, während andere aber noch funktionieren. In der Folge kommt es immer wieder zu Datenverlusten, sobald der Computer versucht, in den defekten Teilen Daten zu speichern. Für solche Fälle gibt es in vielen Betriebssystemen Möglichkeiten, die fehlerhaften Bereiche der Festplatten identifizieren und isolieren zu lassen.

Als Windows-Nutzer finden Sie die entsprechende Funktion, wenn Sie das Laufwerk mit der rechten Maustaste anklicken und auf Eigenschaften gehen. In dem neuen Fenster gibt es den Reiter Tools, welcher eine Option zur Fehlerüberprüfung der Festplatte bietet. Sobald sie diese angekickt haben, kommt es zu einer Überprüfung des Laufwerks und es werden verschiedene Reparaturmaßnahmen angeboten.

Noch gründlicher als das Windows-Tool arbeitet die Oberflächenüberprüfung über den DOS-Befehl chkdsk. Dazu müssen Sie zunächst einmal das Ausführen-Fenster mit der Tastenkombination Windows + R öffnen und dort cmd eingeben. In das neue Fenster tippen sie nun "chkdsk Laufwerksbuchstabe: /F /R" ein und die Überprüfung beginnt. Dabei werden nicht nur fehlerhafte Sektoren der Festplatte identifiziert und markiert, es wird auch versucht, Daten, die noch gelesen werden können, zu retten
und sie an einem anderen Ort abzuspeichern.

Auch wenn dieses Vorgehen die Festplatte zwischenzeitlich wieder funktionsfähiger macht, sollte beachtet werden, dass diese Reparaturmaßnahmen keine langfristige Lösung bieten. Sobald sich solche ernsthaften Fehler auf der Festplatte finden lassen, ist dies ein Warnsignal. Sehr wahrscheinlich werden schon bald weitere Bereiche Probleme bereiten und irgendwann gibt die ganze Festplatte den Geist auf. Entsprechend sollte zeitnah für Ersatz gesorgt werden.

Fazit

Externe Festplatten sind anfällig und sollten daher immer mit entsprechender Vorsicht behandelt werden. Solltet es doch einmal zu einem Problem kommen, stehen Nutzern einige Möglichkeiten zur Reparatur offen. So lassen sich fehlerhafte Gehäuse beispielsweise einfach austauschen und selbst defekte Bereiche der Festplatte können isoliert werden. Ist die Technik der Festplatte selbst
betroffen, dann haben Normalverbraucher allerdings kaum noch eine Chance auf Reparatur. Wer seine Daten in diesem Falle noch retten möchte, sollte sich an einen Experten wenden. Eine Reparatur der externen Festplatte selbst durch Fachkräfte lohnt sich dagegen in der Regel nicht mehr.

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