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Externe Festplatte verschlüsseln

Externe Festplatte verschlüssel | Bild : © maxkabakov (Maksim Kabakou)/Depositphotos.com

Sie denken darüber nach, eine externe Festplatte zu verschlüsseln, wissen jedoch nicht genau, wie dies funktioniert? Kein Problem: Im nachfolgenden Ratgeber-Artikel finden Sie alle wissenswerten Informationen rund um das Thema Festplattenverschlüsselung sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Sie bei dieser Aufgabe unterstützt.

Darum ist eine zuverlässige Verschlüsselung einer externen Festplatte empfehlenswert

Eine externe Festplatte, die man zusätzlich zu einer bereits fest in den PC eingebauten Festplatte nutzen kann, um auf ihr verschiedenste Dateien zu speichern, erfreut sich bei zahlreichen PC-Besitzern stetig wachsender Beliebtheit – zumal diese in jüngster Vergangenheit auch massiv im Preis gefallen sind. Wer seine externe Festplatte auch häufig unterwegs bei sich führt, um beispielsweise Dateien von einem PC auf den anderen zu übertragen, läuft Gefahr, das gute Stück unterwegs zu verlieren. Im schlechtesten Fall kann ihr Finder dann ohne Probleme auf die darauf gespeicherten Dateien zugreifen und sich beispielsweise persönliche Urlaubsfotos ansehen oder Zugriff auf sensible Informationen erhalten.

Um ein solches Szenario effektiv zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine externe Festplatte zu verschlüsseln. Dabei wird die Festplatte mithilfe von speziellen Algorithmen so präpariert, dass die darauf gespeicherten Daten fortan nicht mehr für unbefugte Personen zugänglich sind. Lediglich der Besitzer selbst kann, mithilfe eines zuvor ausgewählten Master-Passworts, auf die Daten zugreifen. Zwar könnte man seine Festplatte auch einfach mit einem Passwort schützen und sich somit die oftmals sehr zeitintensive Verschlüsselung der Festplatte sparen – ein solches Passwort kann vor allem von kriminellen Personen mit ausreichend Erfahrung auf diesem Gebiet jedoch oftmals innerhalb weniger Minuten geknackt werden. Eine Verschlüsselung der Festplatte ist in Kombination mit einem starken Passwort, welches sich im Idealfall aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zusammensetzen sollte, ist hingegen unknackbar: Selbst Ermittlungsbehörden ist es in der Regel nicht möglich, auf eine verschlüsselte Festplatte zuzugreifen, da diese ohne das dazugehörige Passwort völlig unbrauchbar ist.

Falls Sie also Bedenken haben, dass jemand Zugriff auf Ihre persönlichen Daten und Informationen erhalten könnte, ist eine Festplattenverschlüsselung eine absolut empfehlenswerte Alternative zum klassischen Passwort-Schutz.

Externe Festplatte verschlüsseln: Diese Möglichkeiten gibt es

Um eine externe Festplatte zu verschlüsseln, ist in der Regel ein spezielles Krypto-Programm erforderlich. Ein solches Tool ist in einigen Fällen kostenpflichtig, es gibt aber auch absolut kostenlose Programme. Ärgerlich ist für Neueinsteiger in diese Thematik die Tatsache, dass der Markt mittlerweile von professioneller Verschlüsselungs-Software regelrecht überflutet wird und jeder Hersteller natürlich einen bestmöglichen Schutz verspricht. Daher ist es besonders wichtig, zuvor mehrere Programme untereinander zu vergleichen, um ihre einzelnen Vor- und Nachteile in Erfahrung zu bringen.

Welches Programm ist besonders empfehlenswert?

Es ist nicht ganz einfach, ein geeignetes Programm für die Verschlüsselung einer externen Festplatte zu empfehlen, denn das Angebot an dementsprechenden Tools ist immens. Bis vor einigen Jahren galt die kostenlose Open-Source-Freeware „TrueCrypt“ als Nonplusultra unter Verschlüsselungs-Fans. Dann jedoch warnten die Entwickler des Programms plötzlich vor der Verwendung ihres eigenen Programms, was nicht unbedingt üblich ist. Schnell machten Gerüchte im Netz die Runde, dass TrueCrypt vom US-Geheimdienst geknackt werden kann – tatsächlich gibt es aber bis zum heutigen Tag keine Berichte darüber, dass eine gewissenhaft mit TrueCrypt verschlüsselte Festplatte jemals entschlüsselt werden konnte.

Wichtig:
Falls Sie Ihre externe Festplatte mit TrueCrypt verschlüsseln möchten, entscheiden Sie sich unbedingt für die Version 7.1a aus dem Jahr 2012. Alle neueren Versionen des Programms gelten als nicht sicher.

Nach dem Aus von TrueCrypt erfreut sich eine neue Verschlüsselungs-Software hoher Beliebtheit: Das ebenfalls kostenlos verfügbare Programm „VeraCrypt“. Hierbei handelt es sich um einen inoffiziellen Nachfolger von TrueCrypt, der sogar teilweise auf den in TrueCrypt 7.1a verwendeten Code zurückgreift – wodurch auch das Öffnen von TrueCrypt-Containern ermöglicht wird. Zudem schließt VeraCrypt die aus der neuesten TrueCrypt-Version bekannten Sicherheitslücken, wodurch das Programm seinem Verwender einen sicheren Rundumschutz verspricht. Ein weiterer wichtiger Faktor: VeraCrypt ist, ebenso wie TrueCrypt, eine Open-Source-Anwendung. Dies bedeutet, dass alle Nutzer stets Zugriff auf den Quellcode haben und einsehen können, wie genau das Programm arbeitet. Hierdurch ist es den Entwicklern unmöglich, versteckte Backdoors einzubauen, da diese sofort bemerkt werden würden. Eine Backdoor ist eine Art Hintertür, die manche Entwickler von Verschlüsselungs-Tools einbauen, um beispielsweise Strafverfolgungsbehörden trotz vorhandener Verschlüsselung Zugriff auf die Festplatte zu ermöglichen. Im Falle von VeraCrypt ist dies jedoch gänzlich ausgeschlossen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So verschlüsseln Sie eine externe Festplatte mit VeraCrypt

Damit die Verschlüsselung Ihrer externen Festplatte so schnell und unkompliziert wie nur möglich über die Bühne geht, haben wir hier eine nützliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie zusammengestellt.

  1. Laden Sie das kostenlose Programm VeraCrypt auf Ihren PC oder Mac herunter und installieren Sie dieses. Sie können VeraCrypt auf verschiedensten Seiten im Internet finden, beispielsweise hier: https://www.heise.de/download/product/veracrypt-95747
  2. Öffnen Sie das Programm nach seiner erfolgreichen Installation auf dem Computer.
  3. Verbinden Sie die externe Festplatte, die Sie mit VeraCrypt verschlüsseln möchten, mit Ihrem Computer. Ganz wichtig: Die Festplatte sollte vor der Verschlüsselung leer sein, da alle darauf enthaltenen Dateien bei der Verschlüsselung gelöscht werden. Falls es sich nicht um eine neue Festplatte handelt, sondern bereits wichtige Daten auf ihr gespeichert sind, kopieren Sie diese bitte zuvor auf eine andere externe Festplatte oder auf die Festplatte Ihres Computers.
  4. Klicken Sie nun innerhalb des Programms die Auswahl „Create Volume“ an.
  5. Sie werden nun zu einem weiteren Bereich des Programms weitergeleitet. Wählen Sie hier die Auswahl „Encrypt a non-sytem Partition/Device“ aus und bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf „Next“.
  6. Sie haben nun die Auswahl, ob Sie ein Standard-Volume oder ein verstecktes Volume erstellen möchten. Entscheiden Sie sich hier einfach für das Standard-Volume und klicken Sie auf „Next“. Das versteckte Volume richtet sich vor allem an professionelle Nutzer, die bereits Erfahrung im Umgang mit VeraCrypt haben.
  7. Mit einem Klick auf „Select Device“ können Sie nun die externe Festplatte auswählen, die verschlüsselt werden soll. Achten Sie hierbei unbedingt darauf, dass Sie auch wirklich die korrekte Festplatte auswählen. Trennen Sie im Idealfall weitere Festplatten oder eingesteckte USB-Sticks vom PC, um eine bessere Übersicht zu erhalten.
  8. Nun wird eine Warnmeldung eingeblendet, die Sie darüber aufklärt, dass sämtliche auf der Festplatte gespeicherten Daten unwiderruflich gelöscht werden. Sind Sie damit einverstanden, klicken Sie abermals auf „Next“.
  9. Ihnen wird nun die Auswahl „Create encryptet Volume and format it“ angeboten, die Sie bitte annehmen und durch einen weiteren Klick auf „Next“ bestätigen.
  10. Im nächsten Schritt können Sie auswählen, mit welcher Verschlüsselungsmethode die externe Festplatte verschlüsselt werden soll. Voreingestellt ist hier „AES“, sie können sich aber auch
    für eine andere Methode entscheiden. Hierbei gilt: Aus je mehr Wörtern die Verschlüsselungsmethode besteht, desto sicherer ist sie – zeitgleich dauert es bei stärkeren Methoden aber auch deutlich länger, bis die Festplatte vollständig verschlüsselt ist.
  11. Nun kommt der wichtigste Teil der gesamten Verschlüsselung: Sie müssen ein sicheres Passwort eingeben, das nur Sie selbst kennen dürfen. Notieren Sie dieses Passwort nirgendwo und geben Sie es auch niemals an einen anderen Menschen weiter. Im Idealfall sollten Sie sich für ein Passwort entscheiden, welches mindestens ein Wort enthält, das nicht im Wörterbuch steht. Zudem sollte das Passwort aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und mehreren Sonderzeichen bestehen. Mindestens 10 Zeichen sollte Ihr ausgewähltes Passwort, das Sie anschließend zur Sicherheit erneut eingeben müssen, mindestens enthalten – je mehr Zeichen es letztendlich werden, desto sicherer ist es auch. Nach der Auswahl und Eingabe Ihres gewünschten Passworts klicken Sie bitte erneut auf den Button „Next“.
  12. Nun wird Ihnen die Frage gestellt, ob sie vorhaben, in Zukunft Dateien auf der Festplatte zu speichern, die größer als 4 GB sind – dies trifft in der Regel vor allem auf Filme in brillanter Full-HD- oder 4K-Auflösung zu. Falls Sie sich noch nicht sicher sind, klicken Sie hier einfach „Ja“ an und klicken Sie im Anschluss daran auf „Next“.
  13. Sie werden nun aufgefordert, Ihren Mauszeiger mehrfach über den Bildschirm zu bewegen. Dies trägt dazu bei, dass ein individueller und einzigartiger Verschlüsselungs-Algorithmus erzeugt
    wird, der nicht vom Programm selbst, sondern von Ihrem Bewegungen mit dem Mauszeiger erstellt wird. Ziehen Sie im Idealfall mehrere Figuren mit der Maus und bewegen Sie den Cursor in mehrere Richtungen. Je länger Sie diesen Vorgang durchführen, desto sicherer wird letztendlich auch die Verschlüsselung. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie den Cursor lang genug bewegt haben, klicken Sie wie gewohnt auf „Next“.
  14. Durch einen abschließenden Klick auf den Button „Format“ startet die Verschlüsselung der externen Festplatte. Dies kann je nach Größe der Platte einige Stunden Zeit in Anspruch nehmen. Im Anschluss an den Vorgang können Sie Ihre verschlüsselte Festplatte nur noch durch die Eingabe des von Ihnen ausgewählten Passworts öffnen.

So können Sie Ihre mit VeraCrypt verschlüsselte Festplatte öffnen

Natürlich möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten, wie Sie auf Ihre verschlüsselte Festplatte zugreifen können. Gehen Sie hierfür einfach wie folgt vor:

  1. Stecken Sie die verschlüsselte Festplatte in einen freien USB-Eingang und öffnen Sie wie gewohnt VeraCrypt.
  2. Klicken Sie unten rechts im Programm auf „Select Device“.
  3. Wählen Sie nun in der Übersichtsanzeige die angeschlossene Festplatte aus.
  4. Wählen Sie einen der angezeigten Laufwerksbuchstaben aus.
  5. Klicken Sie nun unten links auf „Mount“.
  6. Geben Sie das Passwort ein und bestätigen Sie die Eingabe.
  7. Nach der erfolgreichen Passwort-Eingabe können Sie direkt über VeraCrypt oder über die Festplatten-Übersicht des Computers auf die verschlüsselte Festplatte und die darauf gespeicherten Inhalte zugreifen.

Wichtiger Hinweis:

Öffnen Sie eine angeschlossene, verschlüsselte Festplatte niemals über den Windows Explorer. Dieser erkennt die Platte nicht als beschrieben an und schlägt Ihnen stattdessen vor, eine Formatierung durchzuführen. Kommen Sie dem nach, sind sämtliche auf der Festplatte vorhandenen Daten verloren. Öffnen Sie eine verschlüsselte Festplatte also IMMER über VeraCrypt.

Fazit:

Mit ein wenig Einarbeit in die Materie ist es gar nicht so schwierig, eine externe Festplatte professionell zu verschlüsseln, um unbefugten Personen den Zugriff auf die darauf hinterlegten Daten zu verwehren. Natürlich gibt es neben VeraCrypt noch einige weitere gute Verschlüsselungsprogramme auf dem Markt – da es sich bei Veracrypt jedoch um ein quelloffenes Programm handelt, welches zudem vergleichsweise unkompliziert in seiner Handhabung ist und darüber hinaus auf sämtlichen Systemen zum Einsatz kommen kann, ist das Tool vor allem für Einsteiger sehr empfehlenswert.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei der Verschlüsselung Ihrer externen Festplatte mit VeraCrypt.

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