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SAN (Storage-Area-Network)

Storage Area Network | Bild : © dizain (Dmytro Todica)/Depositphotos.com

Dies sollten Sie über ein SAN wissen

Das Storage-Area-Network (SAN) kann als Weiterentwicklung des DAS betrachtet werden. Es handelt sich um ein Speichernetzwerk, das der Anbindung von Disk-Arrays und Tape-Libraries an Server-Systeme dient. Sein Vorteil liegt in der Hochgeschwindigkeitsübertragung. Allerdings sind Standardisierungen erforderlich, um den Praxiseinsatz weiter zu verbessern und Kostenvorteile zu erlangen.

Was ist ein Storage-Area Network?

Das SAN ist ein in der Datenverarbeitung eingesetztes Netzwerk. Es bindet Tape Library und Disk Array an Server-Systeme, beispielsweise Unix-Server, Linux-Server und Windows-Server. Mittels SAN erfolgt die kontinuierliche Hochgeschwindigkeitsübertragung großer Datenmengen. Die Netzwerke basieren oftmals auf dem Fibre-Channel-Standard, aber auch auf IP. Letztere Lösung erfolgt aus Kostengründen und wird insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt.

Das SAN als Weiterentwicklung des DAS

Direct Attached Storage (DAS) bezeichnet eine Speicherform bei welcher eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen dem Speicher – oftmals Festplatten oder Flash-Speicher – und dem System besteht. Der Zugriff auf den Speicher ist nur für den direkt angeschlossen Rechner zulässig. Soll von anderen Rechnern auf den Speicher zugegriffen werden, dann müssen Sie zuvor Nutzungsrechte vergeben. Beim SAN wird die Disk-Speicherkapazität einem Server über ein Netzwerk zugeordnet. Die Zuordnung ist innerhalb der definierten Grenzen dynamisch. Die Zuweisung des Speichers ist nicht fix, sie kann jederzeit auf einen anderen Server verlagert werden. In den SAN-kompatiblen Disk-Arrays ist diese Funktionalität zumeist implementiert. Ein entscheidender Unterschied besteht zwischen dem SAN und dem DAS: DAS basiert auf einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen dem Server und dem Speicher. Wenn Sie SAN realisieren, dann schließen Sie mehrere Server an mehrere Speicher an. Dadurch ist es möglich, große Distanzen zu überbrücken.

Wie erfolgen Zugriff und Verwaltung im SAN?

Ebenso wie bei DAS sind im SAN die Datenzugriffe blockbasiert. Der zugreifende Rechner verwaltet die Zugriffe auf das Speichermedium. In diesem Punkt besteht ein Unterschied zum NAS: Hier erfolgen die Zugriffe über SMB/CIFS oder NFS auf ganze Dateien beziehungsweise Ausschnitte auf Dateien. SAN arbeitet mittels SCSI-Kommunikationsprotokoll, welches auf iSCSI oder Fibre Channel als Transport-Protokoll basiert.

Welche Vorteile hat die Struktur des SAN?

Das SAN ist ähnlich aufgebaut wie ein LAN: Es besitzt Switches, Hubs und Router. Es verbindet Server, Tape Library und Disk Array miteinander. Die Idee zur Entwicklung von SAN ist in dem Verwaltungsproblem dedizierter Festplatten in NAS respektive in Server-Systemen begründet. Die flexible und effiziente Nutzung in diesen Systemen ist in keinem ausreichenden Maße gewährleistet. Das SAN sollte dieses Problem lösen. Zugleich sollte einem weiteren Problem der NAS-Systeme begegnet werden: Das LAN wird durch die Zugriffe auf Daten stark belastet. Schnelle Zugriffe auf Massenspeicher sind nicht vorgesehen und nicht realistisch. Moderne SAN hingegen arbeiten mit hohen Datenübertragungsraten und erlauben Zugriffe auf Massenspeicher.

Welche Vorteile bieten SAN?

Die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten und die Möglichkeit zur Überbrückung großer Distanzen sind entscheidende Vorteile. Des Weiteren verfügen SAN über eine potenziell hohe Desaster-Toleranz. Achten Sie bei der Auswahl der Festplattensubsysteme auf die integrierte RAID-Funktionalität. Verschiedene RAID-Level sind möglich. Server unabhängig sichern Sie dadurch die Daten ab. Weiteren Schutz erlangen Sie, wenn Sie wichtige Systeme redundant anlegen. Sie können die Plattensysteme an physisch unterschiedlichen Orten aufstellen. Wenn Sie das SAN auf Ihrem Betriebsgelände installieren, dann wählen Sie für die redundante Speicherung zwei Standorte in unterschiedlichen Gebäuden. Sollte ein Speichersystem beispielsweise durch einen Brand beschädigt werden, dann stehen Ihnen die Daten auf dem zweiten – identischen System – immer noch zur Verfügung.

Welche Schwierigkeiten und Herausforderungen bestehen beim SAN?

Grundsätzlich besitzt das SAN eine große Verbreitung und eine große Akzeptanz. Es ist in vielen Bereichen zu finden. Jedoch liegt keine vollständige Kompatibilität zwischen den Bauteilen unterschiedlicher Hersteller vor. Diese Kompatibilität wäre erforderlich, um die Integration der Komponenten respektive den Anschluss der Komponenten optimal und kostengünstig zu gestalten. Es ist zwar möglich, neue Komponenten eines anderen Herstellers an das System anzuschließen, jedoch ist zuvor die aufwendige Prüfung der Eignung dieser Komponenten erforderlich. Es ist ermitteln, ob die neuen Komponenten zu den alten Komponenten verträglich sind. In der Vergangenheit haben die Unternehmen versucht dieses Problem zu umgehen, indem Sie sich auf die Produkte eines einzigen Herstellers beschränkt haben. Die meisten Unternehmen haben nicht versucht, Produkte verschiedener Hersteller miteinander zu kombinieren, sondern sind diesen einfachen Weg gegangen. Jedoch hat sich dadurch die Abhängigkeit zu dem ausgewählten Hersteller erhöht. Preisvergleiche und Preisverhandlungen sind nicht möglich, wenn keine Alternativen bestehen.

Die Zukunft: Standards sind erforderlich

Die Storage Networking Industry Association (SNIA) ist eine Initiative, die mit dem Ziel gegründet worden ist, der fehlenden Kompatibilität zwischen den Produkten entgegenzuwirken. An der Initiative beteiligen sich mehrere Hersteller. Zusätzlich haben bereits einige Hersteller ihre Produkte zu umgestaltet, dass Kompatibilität zu Produkten anderer Hersteller besteht.


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