Ratgeber
Veröffentlicht:
Update:
Lesedauer:
5 Minuten

So klonen Sie eine Festplatte

Festplatte klonen | Bild : © aperkins (Amanda Perkins)/Depositphotos.com

Klonen von Festplatten richtig gemacht

Die Festplatte Ihres Computers ist der Massenspeicher, der alle Ihre Daten enthält. Darüber hinaus speichert er das Betriebssystem, ohne das Ihr Computer gar nicht starten kann. Alle diese Daten sind von entscheidender Wichtigkeit und sollten deshalb sorgfältig gesichert werden. Der Aufbau und die Funktionsweise der Festplatte bestimmen die für diese Sicherung verwendeten Werkzeuge.

Technische Grundlagen der Festplatte

Ursprünglich stand der Begriff für einen Massenspeicher, der aus einer rotierenden und magnetisierbaren Scheibe besteht. Solche sind immer noch gebräuchlich, wurden aber in den letzten Jahren durch Flashspeicher ergänzt, die mit SSD bezeichnet werden. Ein SSD hat keine beweglichen Teile, ist aber als Speicher ähnlich wie konventionelle Festplatten organisiert. Für die Zwecke des Klonings spielt die verwendete Speichertechnologie keine Rolle. Es ist also auch ein Klonen einer konventionellen Festplatte auf eine SSD ohne Weiteres möglich. Wir verwenden den Begriff Festplatte im erweiterten Sinn des permanenten Massenspeichers eines Computers.
Eine Festplatte ist in Blöcke aufgeteilt, die alle die gleiche Anzahl von Bytes enthalten. Fast immer ist eine Festplatte auch noch in sogenannte virtuelle Laufwerke und Partitionen strukturiert. Die Details dieser Organisation hängen stark vom verwendeten Betriebssystem ab. Bei diesen Partitionen handelt es sich um logische Unterteilungen des physischen Speichers. Eine größere Anzahl von Blöcken wird also als Einheit angesehen. Die Aufteilung der physischen Festplatte ist in einer Partitionstabelle auf der Festplatte selbst gespeichert. Beim Starten des Computers lädt die Firmware, also ein fest gespeichertes Programm das als Bootloader bezeichnete Startprogramm von der Festplatte. Dieses liest die Partitionstabelle und steuert dann den weiteren Startvorgang. Je nach Betriebssystem hat diese Partitionstabelle verschiedene Formate. Da die Firmware ein kleines Programm ist, kann sie oft nur eines dieser Formate verarbeiten und also nur damit den Computer starten. Für die Erstellung von Datensicherungen ist wesentlich, dass ein herkömmliches Kopieren aller Dateien diesen Bootloader und die Partitionstabelle nicht umfasst.

Der Unterschied zwischen Datenkopien und Klons


Eine Kopie aller Ihrer Dateien ist schon viel besser als gar keine Sicherung, aber es fehlen noch wesentliche Daten. Zum einen wird das Betriebssystem nicht abgespeichert. Des Weiteren werden oft Daten vergessen, die in Anwendungen enthalten sind wie beispielsweise die Bookmarks eines Webbrowsers. Technisch gesehen werden bei einem solchen Kopiervorgang Ihre Dateien als logische Einheit kopiert und auf der neuen Festplatte neu auf Blöcke aufgeteilt. Müssen Sie auf diese Sicherungskopie zurückgreifen, beginnen Sie mit einem Betriebssystem ohne Ihre eigenen Einstellungen. Diese müssen Sie erneut vornehmen und dann die Dateien übertragen. Ein Klon einer Festplatte hingegen wird Block für Block angelegt. Der Klon enthält also in jedem Block genau dieselben Daten wie die geklonte Festplatte. Deshalb muss das Laufwerk für den Klon mindestens so gross sein wie die zu klonende Festplatte. Das ist erforderlich, weil der klonende Prozess nicht berücksichtigen kann, welche Blöcke leer und welche belegt sind. Eine Datenrettung von einem Klon besteht einfach aus dem Überspielen aller Blöcke. Nach diesem Prozess können Sie mit der neuen Festplatte genauso weiterarbeiten wie mit der alten.

Warum sollten Sie Ihre Festplatten klonen?

Ihr Computer kann gestohlen oder beschädigt werden. Ohne Sicherungskopie sind Ihre Daten dann verloren. Mit einem Klon haben Sie die schnellste und einfachste Möglichkeit, Ihre Daten zu ersetzen. Heutige Festplatten funktionieren üblicherweise jahrelang ganz ohne Probleme. Trotzdem sollten Sie nicht vergessen, dass es zu technischen Defekten kommen kann. Ihr Computer lässt sich dann gar nicht mehr starten. Wenn der Computerservice das Problem auf die Festplatte zurückgeführt hat, brauchen Sie nur diese austauschen zu lassen und von Ihrem Klon die Daten zu überspielen. Die Alternative ist eine aufwendige Datenrettung von der schadhaften Festplatte, was lange dauert, teuer ist und auch nicht in allen Fällen zum Erfolg führt. Leider sind heute Erpressungstrojaner als Schadprogramme ein großes Problem. Sie verschlüsseln Ihre Festplatte und die Urheber verlangen ein Lösegeld für den Schlüssel. Auch bei Bezahlung der Forderungen haben Sie keine Garantie, dass Sie den Schlüssel auch wirklich bekommen. Mit einem Klon Ihrer Festplatte können Sie sie einfach neu formatieren und die Daten überspielen. Es entstehen Ihnen keine weiteren Kosten und vor allem haben Sie sicher Zugriff auf Ihre Daten. Wie oft sollte man eine Festplatte klonen? Das hängt entscheidend von Ihren Daten und Ihrer Arbeitsweise ab. Die Frage können Sie leicht beantworten, wenn Sie sich die Folgen des Verlusts Ihrer Daten der letzten Stunden, Tage oder Wochen vorstellen. Je nachdem werden Sie die Intervalle für das Klonen wählen.

Muss immer die ganze physische Festplatte geklont werden?

Sie können das Klonen auch auf eine Partition Ihrer Festplatte beschränken. Das bietet sich vor allem dann an, wenn die entsprechenden Daten besonders wichtig sind. Der Vorteil dieser logischen Unterteilung der Festplatte liegt gerade auch darin, dass sich Ihr Computer mit verschiedenen Betriebssystemen starten lässt, was oft mit dem Begriff ‚dual boot‘ bezeichnet wird.

Technische Details zum Klonen

Ein Klon kann zum Überspielen der Daten verwendet werden oder Sie können Ihren Computer direkt von einem externen Laufwerk mit dem Klon starten. Das ist allerdings nicht auf allen Medien möglich und hängt auch vom Betriebssystem ab. Windows beispielsweise unterstützt das Starten von einem USB-Stick nicht. Für die Durchführung des Klonens stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt eigene Geräte mit Steckverbindungen zur Festplatte, die geklont werden soll und zum neuen Laufwerk. Der Klonvorgang läuft automatisch ab. Als Alternative können Sie Ihren Computer von einem externen Laufwerk starten und so den Klonvorgang auslösen. Auch ein Windowsrechner lässt sich von einem Stick starten, nur eben mit einem anderen Betriebssystem wie etwa Linux. Beim Hot Cloning steuern Sie den Vorgang von einem Programm, das unter dem Betriebssystem auf der zu klonenden Festplatte läuft. Das ist allerdings nicht immer möglich, weil manche Betriebssysteme den Lesezugriff auf Teile der Festplatte verweigern.

Praktische Optionen zum Kloning

Es gibt Allroundprogramme wie Clonezilla. Dieses kann praktisch alles, was mit Klonen zusammenhängt. Es kann daher nicht ganz einfach sein, das von Ihnen Gewünschte zu finden. Manche Betriebssysteme bieten die Grundfunktion des blockweisen Klonens direkt an. Das gilt insbesondere für unixoide Systeme. Die entsprechenden Befehle müssen allerdings über die Kommandozeile eingegeben werden, womit nicht alle Benutzer problemlos umgehen können. Als pragmatische Lösung können Sie eine kommerzielle oder auch quelloffene Lösung suchen, die Ihrer Situation möglichst genau entspricht. Das bezieht sich auf das Betriebssystem und die Partitionierung. Berücksichtigen Sie die Besprechungen anderer Nutzer und ziehen Sie auch eine Bezahlversion in Betracht. Denken Sie daran, dass die Kosten fast immer niedriger sein werden als ein Verlust Ihrer Daten.

Überprüfung eines Klons

Auch wenn das von Ihnen verwendete System ein erfolgreiches Klonen meldet, sollten Sie Ihren Klon unbedingt überprüfen. Wenn Sie einen startfähigen Klon angestrebt haben, starten Sie Ihren Computer von diesem externen Laufwerk. Auf jeden Fall testen Sie zumindest stichprobenartig, ob Ihre Daten korrekt übertragen wurden. Nach einem Schaden wollen Sie nicht herausfinden müssen, dass die Erfolgsmeldung des Systems voreilig war.

Schreibe einen Kommentar

Mit * markierte Felder sind Pfichtfelder