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SSD richtig anschließen – mehr Geschwindigkeit und mehr Leistung am Computer

SSD richtig anschließen | Bild : © baloon111 (Daniel Krasoń)/Depositphotos.com

Eine SSD (Solid State Drive) ist nicht nur deutlich verlässlicher und resistenter als eine mechanische Festplatte (HDD – Hard Disk Drive), sondern auch um ein Vielfaches schneller. Entsprechend lohnt es sich selbst bei älteren Rechnern, diese mit einer SSD umzurüsten. Wie das konkret funktioniert, wie Sie eine SSD installieren können und worauf Sie achten sollten, das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

SSD – Definition und Vorzüge

Eine mechanische HDD schreibt Ihre Daten magnetisch auf eine rotierende Scheibe, um diese zu erreichen, muss die Scheibe wieder an die richtige Stelle rotiert werden. Dies dauert nicht nur einige Momente (was sich vor allem bei großen Programmen oder beim Systemstart bemerkbar macht), sondern ist auch mit dem typischen, surrenden Geräusch von alten Festplatten verbunden.

Hier sind SSDs klar im Vorteil, denn der Flash-basierte Speicher liefert deutlich schnelleren Zugriff und macht im Einsatz kein Geräusch. Flash-Speicher kommt etwa bei Smartphones und Tablets schon seit jeher zum Einsatz, auch in SD-Karten ist er verbaut. Eine SSD ist letztlich nichts Anderes als eine Chip-basierte Festplatte, die des Komforts halber in eine größere Form gebracht
wurde – zumindest in den meisten Fällen. Auch professionelle Filmkameras setzen als Speichermedium 2,5″-SSDs ein, da diese nicht nur sehr schnell schreiben, sondern auch schockresistent sind. Dies ist auch in Laptops ein Vorteil, kann bei Desktop PCs aber ignoriert werden. Geschwindigkeit und leiser, verlässlicher Einsatz sind die größten Vorteile einer SSD, doch es gibt auch einen entscheidenden Nachteil: den Preis. SSDs sind deutlich teurer als herkömmliche HDDs und als große Massenspeicheroption daher oft nicht sinnvoll. Hier müssen Sie also abwägen zwischen benötigtem Speicherplatz und dem Geld, das Sie ausgeben möchten. Einen Kompromiss finden Sie häufig in einer vergleichsweise kleinen SSD für den internen Einsatz im Computer und einer HDD als externe Sicherungsfestplatte für seltener benötigte Dateien. Als externe Festplatte sollte eine SSD immer dann zum Einsatz kommen, wenn Sie einen dauerhaft schnellen Zugriff auf die dortigen Daten benötigen wie dies etwa beim Videoschnitt der Fall ist. Externe SSDs haben zudem den Vorteil, dass sie nicht an die Größenordnungen klassischer HDDs (2,5″ oder 3,5″ inklusive separatem Stromanschluss) gebunden sind und oft auch in kleineren Gehäusen verfügbar sind. Das macht sie auch im Transport äußerst praktisch.

Die Installation einer SSD als interne Festplatte

SSDs für den Einsatz als interne Festplatte sind 2,5″-Festplatten, sie haben den Formfaktor mit 2,5″-HDDs gemeinsam. Dies ist lediglich ein Zugeständnis an Sie, denn so können Sie die Festplatte leichter in Ihrem Laptop verbauen, dort kommen nämlich in der Regel 2,5″-Festplatten zum Einsatz. Beachten Sie, dass neuere Laptops häufig keine klassischen Festplattengrößen mehr einsetzen, sondern die Chips lediglich als Speicherbausteine im Motherboard nutzen. In diesem Fall müssen Sie die speziellen SSD-Chips besorgen und diese an der Hauptplatine anschließen. In diesem Ratgeber geht es aber spezifisch um den Austausch einer internen 2,5″-Festplatte und das Ersetzen durch eine SSD. Zunächst einmal lohnt es sich, neben der SSD noch ein Gehäuse und ein Kabel von SATA zu USB zu besorgen (oft im Gehäuse enthalten), denn so können Sie die Festplatte viel einfacher austauschen. Formatieren Sie Ihre Festplatte zunächst (Unter Windows NTFS und unter Mac OS APFS bzw. Mac OS Journaled bei älteren Macs), nutzen Sie einen Festplattenkloner, um den Inhalt Ihrer Festplatte ganz einfach auf die SSD zu kopieren. Dadurch müssen Sie nach der Installation lediglich noch den Rechner einschalten und können dort weiter machen, wo Sie vor dem Einbau aufgehört haben. Sollten Sie sich einen frischen Start für den Betrieb wünschen und keine Daten übernehmen wollen, können Sie natürlich auch das Betriebssystem von einer externen Quelle aus kopieren. Wollen Sie eine Festplatte in einem Desktop PC, iMac oder ähnlichem Standrechner nutzen, so prüfen Sie zunächst, ob dieser eine 3,5″-Festplatte nutzt. Dann nämlich benötigen Sie noch einen zusätzlichen Gehäuseadapter. Weil der Austausch einer älteren Festplatte durch eine SSD aber zu den häufigsten durchgeführten Operationen am Computer gehört, finden Sie hier problemlos die richtige Lösung für Ihren Rechner. Schalten Sie Ihren Computer aus, ziehen Sie den Netzstrom und warten Sie einige Minuten. Nutzen Sie einen passenden Schraubendreher, um das Gehäuse zu öffnen und die alte Festplatte zu lösen, entfernen Sie auch möglicherweise vorhandene Sicherungsschienen. Bei Laptops sollten Sie sofort nach dem Öffnen des Gehäuses die Stromverbindung zum Akku trennen und dies erst im letzten Schritt wieder schließen. Ziehen Sie vorsichtig das SATA-Flachbandkabel und verbinden Sie es mit der neuen SSD. Bringen Sie diese in Position, befestigen Sie alle Schrauben und Klemmen, um die neue SSD im Gehäuse zu arretieren. Einige Standrechner benötigen neben der Installation der Festplatte im 3,5″-Adapter
auch die Installation eines Temperatursensors, der die Thermaldaten an Mainboard und Kühlung weiter leitet, lesen Sie hierzu spezielle Empfehlungen des Hardwareherstellers. Ohne Thermalsensor geht der Lüfter von dauernder Überhitzung aus und wird ohne Pause laufen, was bei einer geräuschlos operierenden SSD nicht unbedingt Ziel der Übung ist. Haben Sie alle Daten kopiert, wird die SSD beim Systemstart als Boot-Laufwerk erkannt und Ihr Rechner startet wie gehabt, nur deutlich schneller als zuvor. Sollte Ihr Rechner Platz für eine zweite Festplatte haben, so können Sie Ihre alte Festplatte dort natürlich als Massenspeicher verbauen. Andernfalls können Sie diese auch mit dem zum Klonen genutzten Gehäuse und Kabel als externe HDD nutzen.

Installation und Nutzung einer externen SSD

Bei einer externen SSD haben Sie prinzipiell zwei verschiedene Optionen: Sie können eine 2,5″ SSD mit einem passenden Case nutzen oder aber Sie entscheiden sich für eine dedizierte, externe SSD. Preislich machen sich die Unterschiede kaum bemerkbar, spezielle SSDs für den Einsatz als externe Festplatte sind nur meist kleiner und daher besser zu transportieren.

Eine 2,5″-SSD mit Case wird in der Regel mit einem SATA auf USB-Anschluss mit Ihrem Rechner verbunden, dies ist bei älteren Computern mit USB 3.0 (oder gar 2.0) ideal, denn hier müssen Sie nichts weiter beachten. Viele externe SSDs hingegen setzen von Hause aus auf den kleineren, schnelleren und praktischeren USB-C-Anschluss. Dieser Port funktioniert in beide Richtungen und ermöglich flachere Laptops, dieser Nachfolger des alten USB-Ports ist entsprechend in vielen neueren Rechnern standardmäßig verbaut. Die Adaptierung auf einen alten USB-Stecker ist jedoch kein Problem, viele externe SSDs kommen ohnehin mit einem eigenen Adapter.

In beiden Fällen handelt es sich bei externen SSDs um Plug-and-Play-Geräte, das bedeutet, Sie müssen diese nur einstecken und dies Festplatten werden automatisch von Ihrem Rechner erkannt. Gegebenenfalls müssen Sie noch das Dateiformat ändern, um Daten lesen und schreiben zu können. Dies hängt jedoch davon ab, wie die Datenträger vorformatiert sind.

Unter Windows formatieren Sie die Festplatte mit einem Rechtsklick auf das Datenträgersymbol, eine externe SSD wollen Sie in der Regel NTFS oder ExFat formatieren. Nutzen Sie die SSD für Peripherie wie eine Black Magic Kamera, formatieren Sie diese unbedingt im Endgerät, um einen reibungslosen Einsatz zu gewährleisten.

Unter Mac OS formatieren Sie externe Festplatten im Festplattendienstprogramm mit der Funktion Löschen. Hier empfiehlt sich das Format APFS oder Mac OS Journaled.

Mehr Geschwindigkeit und mehr Leistung

Auch wenn SSDs deutlich teurer sind als große HDDs ist der Boost an Geschwindigkeit die Ausgabe in jedem Fall wert. Selbst ältere Computer profitieren im Einsatz deutlich von einem Solid State Drive als Bootlaufwerk, bereits beim ersten Start des Gerätes mit SSD werden Sie dieses Plus an Geschwindigkeit deutlich bemerken.

Bei einer externen SSD ist die Investition es vor allem dann wert, wenn Sie auch extern Daten lagern, auf die Sie schnellen Zugriff brauchen. Dazu gehören etwa große Film- und Fotodateien oder aufwendige Programme (wie Spiele). Letztlich sind SSDs aber auch langlebiger und zuverlässiger als mechanische Festplatte, was ein weiteres Argument ist, das für den Austausch spricht.


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