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Welche Backup-Möglichkeiten gibt es?

Verschiedene Backup Möglichkeiten | Bild: ©Rawpixel (Laura Louise Churchill)/Depositphotos.com

Wo immer Dateien gespeichert werden, besteht die Gefahr, dass der Zugriff auf sie aus irgendeinem Grund plötzlich nicht mehr möglich ist. Sei es, dass der Datenträger nicht mehr vorhanden ist,weil er geklaut wurde oder verloren ging, weil das Medium zerstört wurde oder kaputt gegangen ist, oder weil die Daten versehentlich gelöscht, beziehungsweise überschrieben wurden. Um gegen solchen Ärger gefeit zu sein, kommt man nicht um ein sogenanntes Backup herum. Was genau das ist, welche Grundregeln beachtet werden müssen und welche Medien sich dafür eignen, das möchten wir Ihnen im folgenden näherbringen.

Was ist ein Backup?

Unter einem Backup – zu Deutsch: Datensicherung – versteht man die Vervielfältigung von Dateien. Diese Vervielfältigung, von beispielsweise Bildern, Filmen oder Office-Dateien, geschieht mit Hilfe von zumeist externen Datenträgern, auf denen die Daten kopiert werden.

Sie können eine Datensicherung auf zwei Arten durchführen. Zum einen händisch, indem Sie die Dateien von der Quelle zum Ziel herüberkopieren. Bequemer ist es allerdings, wenn Sie dafür auf die Unterstützung einer Software zurückgreifen. Diese Variante hat zudem den Vorteil, dass diese auch überprüfen kann, ob tatsächlich alle erwünschten Daten kopiert wurden; bei der händischen Variante kann es vorkommen, dass die ein oder andere Datei übersehen wird. Außerdem gibt es bei der computerunterstützten Version die Möglichkeit, dass Datensicherungen sogar automatisch durchgeführt werden, sobald ein bestimmtes Medium an den Rechner angeschlossen wird, beziehungsweise dieser mit dem Internet verbunden ist.

Sollten Ihre Daten also aus zum Beispiel den zu Anfang genannten Gründen einmal nicht mehr auf dem Quell-Laufwerk zur Verfügung stehen, können Sie immer noch auf die Kopie zurückgreifen. Diese können Sie dann verwenden, um den neuen Datenträger, der den alten ersetzt, mit den einstmals gesicherten Daten zu bespielen.

Grundregeln für ein Backup

Wie für alle wichtigen Dinge im Leben gibt es auch für eine Datensicherung die ein oder andere essentielle Regel, damit diese effektiv ist und Sie als User vor bösen Überraschungen geschützt sind. Zum einen sollten Sie bei einem Backup grundsätzlich immer auf mindestens zwei Medien schreiben, denn es kann sein, dass früher oder später eines von beiden aus irgendeinem Grund ausfällt.
Zum anderen sollten Sie beide Medien nach Möglichkeit räumlich getrennt voneinander aufbewahren, denn wenn Ihnen an einem Ort ein Sicherungsmedium abhanden kommt oder zerstört wird, haben Sie an einem anderen immer noch ein zweites. Der dritte Punkt, der ebenfalls sehr zu empfehlen ist: Überprüfen Sie Ihre Backups, beziehungsweise die Datenträger von Zeit zu Zeit auf Vollständigkeit, beziehungsweise Funktionsfähigkeit.

Die verschiedenen Medien zur Datensicherung

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, eine Datensicherung durchzuführen. In der folgenden Übersicht geben wir einen Überblick, auch über die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Optischer Datenspeicher

Wenn es um partielle Datensicherung geht, so können optische Datenspeicher auch heute noch durchaus interessant sein.
Aus der Vielzahl dieser Datenträgerart möchten wir uns auf die drei wichtigsten fokussieren.

Die CD fasst in der Regel 650 Megabyte (MB) und ist damit nur noch für die Sicherung einzelner Dateien – wie etwa eine Masterarbeit oder ein Businessplan – geeignet. Die DVD verfügt über bis zu 8,5 GB (bei der Double-Layer-Version), die Blu-Ray über 128 GB (wenn vier Layer verwendet werden können), womit immerhin noch die Archivierung von (kleineren) Sammlungen – Musik, Videos oder Bilder – möglich ist.

Die Vorteile optischer Datenspeicher liegen zum einen in der günstigen Anschaffung. Des Weiteren punkten sie damit, dass sie kompakt und leicht zu transportieren sind. Als ebenfalls vorteilhaft wird angesehen, dass sie noch groß genug sind, um beschriftet werden zu können.

Nachteilhaft hingegen ist, dass optische Datenspeicher anfällig Hitze, Feuchtigkeit, zu hoher Trockenheit und Kratzern gegenüber sind, was ihre Lebensdauer noch einmal verringern kann. Apropos Kratzer: Diese können auch durch die Verwendung von Stiften, die nicht zum Beschreiben von optischen Datenträgern ausgelegt sind, entstehen. Auch sollen Sie es vermeiden, Etiketten zum Beschriften zu verwenden, da die Klebeschicht oftmals Stoffe beinhaltet, die die Datenträger angreifen können.

USB-Stick

Ebenfalls klein und sogar noch leichter zu transportieren, weil sie in die Hosentasche passen, sind USB-Sticks. Im Gegensatz zu den optischen Datenspeichern reicht ihre Kapazität je nach Modell bis in den Terabyte-Bereich hinein. Neben der Größe haben sie den Vorteil, dass kein zusätzliches Gerät nötig ist; USB-Steckplätze sind bei jedem modernen Rechner Standard. Ebenfalls positiv zu bewerten ist, dass sie nicht so empfindlich wie die optischen Datenträger sind.

Nachteilig am USB-Stick ist zum einen einer seiner Vorteile, nämlich die geringe Größe, aufgrund derer er leicht verloren gehen oder in beispielsweise eine Spalte rutschen kann – so mancher galt schon als verloren, bis er zufällig zwischen zwei Sofapolstern wiedergefunden wurde. Ebenso wird es mit der Beschriftung schwierig. Leider werden bei USB-Sticks aufgrund von Preisdruck öfter nur minderwertige Flash-Speicher-Chips verbaut. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich die Daten auf einigen Exemplaren nicht zuverlässig löschen lassen, was etwa bei einem Weiterverkauf des Mediums zum Risikofaktor werden kann.

Externe SSD

Externe SSDs – manche nennen sie auch SSD-Festplatten – sind Massenspeicher, die in der Regel in bis zu 2,5 Zoll großen Gehäusen eingebaut sind. Ebenso wie USB-Sticks gehören SSDs zu den sogenannten Flash-Speichermedien. Es handelt sich also um die gleiche Technik und entsprechend sind auch SSDs eher unempfindlich gegen Erschütterungen. USB-Sticks gegenüber haben sie den Vorteil, dass sie schneller sind und dass es sie mit einer höheren Kapazität gibt. Des Weiteren werden hier in der Regel höherwertige Chips verbaut.

Nachteilhaft ist, dass das Löschen von Dateien komplizierter ist als man das von einer herkömmlichen Festplatte (um die es im nächsten Punkt geht) kennt. Ebenfalls als negativ zu betrachten sind die nicht gerade geringen Kosten. Außerdem sind Datenrettungen bei defekten Flash-Speichermedien mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden, da sie nur sehr kompliziert durchzuführen sind.

Externe Festplatte (HDD)

Externe Festplatten – auch HDD (Hard Disk Drives) genannt – gibt es schon deutlich länger auf dem Markt als die im vorigen Punkt angesprochenen SSDs. Dadurch sind sie natürlich deutlich günstiger. Zudem überflügeln Festplatten SSDs deutlich, wenn es um die Kapazität geht – HDDs gibt es mit weit mehr Speicher zu kaufen. Ebenfalls positiv fällt auf, dass HDDs mittlerweile nicht mehr so klobig sind wie früher; die meisten sind 2,5 Zoll klein, nur die Exemplare mit mehr als 10 Terabyte Speicher benötigen noch ein 3,5-Zoll-Gehäuse.

Nachteilig anzusehen ist die Technik der HDDs. Aufgrund dessen, dass sie mit Magnetscheiben und einem Schreib-Lese-Kopf ausgestattet sind, sind sie viel anfälliger für starke Erschütterungen. Im Extremfall kann beispielsweise ein Sturz dafür sorgen, dass das Gerät unbrauchbar wird. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass HDDs im Gegensatz zu SSDs langsamer sind. Das heißt, Sie müssen hier für die Datensicherung zum Teil deutlich mehr Zeit einplanen, nämlich ungefähr das Doppelte.

NAS

Die Abkürzung NAS steht für „Network Attached Storage“, zu Deutsch: „Netzgebundener Speicher“.

Dieser wird mit einen Router verbunden, auf den auch alle anderen Geräte (wie etwa PC, Notebook, Tablet und Smartphone) zugreifen können. In seinem Inneren beherbergt ein NAS hardwaretechnisch unter anderem einen Prozessor sowie Arbeitsspeicher und softwaretechnisch ein eigenes Betriebssystem.

Ein solcher Netzwerkspeicher verfügt zudem im Idealfall über mindestens zwei „Bays“, dabei handelt es sich um Einschübe für Festplatten. Mit zwei Festplatten bestückt, kann das NAS dafür sorgen, dass diese gespiegelt werden – sprich: sicherstellen, dass der Inhalt der beiden Festplatten immer identisch gehalten wird. Dazu notwendig ist die Einrichtung eines Raid-1-Systems. Sollte dann einer dieser beiden Datenspeicher ausfallen, so haben Sie die Daten trotzdem noch sicher, nämlich auf der anderen Festplatte.

Ebenfalls wichtig ist, dass Sie sicherstellen, dass es sich bei den Festplatten um baugleiche handelt; am besten kaufen Sie das gleiche Modell zweimal. So umgehen Sie die Gefahr, dass es bezüglich Speicherkapazität und Umdrehungsgeschwindigkeit zu Problemen kommt. Und wenn Sie noch sicherer gehen wollen, dann nehmen Sie zwar das gleiche Modell, aber von unterschiedlichen Chargen, da es immer sein kann, dass eine der Chargen fehlerhaft ist.

Neben der Möglichkeit der Spiegelung hat ein NAS auch den Vorteil, dass die Geräte – sofern sie sich im eingeschalteten Zustand befinden – immer miteinander verbunden sind, die Datensicherung erfolgt also fortlaufend; externe Festplatten werden vom User meistens nach der Datensicherung wieder vom Computer getrennt. Apropos Geräte: Dadurch, dass eben auch ein Smartphone Teil des Netzwerks sein kann, geht die Sicherung von Daten hier leichter vonstatten, als wenn Sie diese erst auf den PC und von dort aus auf eine externe Festplatte übertragen.

Zwar verbraucht natürlich auch ein NAS Strom, aber es ist diesbezüglich deutlich sparsamer, als wenn Sie sich stattdessen einen normalen Rechner als Datenspeicher zulegen würden.

Ein NAS lässt sich mit speziellen Programmen mit dem Internet verbinden. Somit haben Sie die Möglichkeit, auch von unterwegs Ihre Daten auf dem netzgebundenen Speicher zu sichern. Das heißt, wenn Sie beispielsweise im Urlaub sind und Bilder gemacht haben, können Sie diese von dort aus auf Ihrem Netzwerkspeicher zu Hause speichern und somit sichern.

Nachteile eines NAS sind zum einen die höheren Kosten als bei den anderen bisher genannten Lösungen; neben den Festplatten müssen Sie eben auch das NAS selbst anschaffen. Zum anderen handelt es sich dabei – trotz dass es zwei Festplatten beinhaltet – um nur EIN Gerät, das entsprechend auch an nur EINEM Ort steht. Sollte Ihr Netzwerkspeicher entwendet oder zerstört werden, sind Ihre Daten ebenfalls verloren.

Cloud

Wer keine Lust hat, sich mit der Einrichtung und dem Unterhalt eines NAS zu beschäftigen und/oder seine Daten außerhalb der eigenen vier Wände (zusätzlich) sichern möchte, der greift auf eine Cloud zurück. Er erspart sich somit nicht nur die Anschaffung und den Aufbau eines eigenen Systems, sondern braucht sich auch beispielsweise nicht darum zu kümmern, dass dieses und die Programme aktuell gehalten werden. Bei einer Cloud ist es – nach der Anmeldung und Einrichtung – Ihre einzige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Daten dort auch abgelegt werden – und selbst das kann automatisiert werden. Ein weiterer Vorteil der Cloud gegenüber einem NAS ist der Sicherheitsaspekt. Um diesen brauchen Sie sich nicht groß zu kümmern. Der Cloud-Anbieter sichert Ihre Daten in der Regel mehrfach ab, so dass Datenverlust äußerst unwahrscheinlich ist. Wenn man noch einmal auf das Beispiel mit dem Urlaub zurückkommt: Im Gegensatz zur NAS’schen Cloud-Lösung haben Sie hier den Vorteil, dass Ihre Bilder statt zweifach (auf dem Notebook und dem Computer zu Hause) gleich dreifach (nämlich zusätzlich noch in der Cloud) vorhanden sind. Und auch hier ist es – wie beim NAS – dank der von den Anbietern bereitgestellten Apps relativ einfach, Daten vom Smartphone zu sichern.

Doch auch eine Cloud hat nicht nur Vorteile. So muss sichergestellt sein, dass Sie eine Verbindung zum Internet haben. Bei einer Störung haben Sie keinen Zugriff auf Ihre Daten und können auch keine Sicherung durchführen. Des Weiteren verraten auch nicht alle Cloud-Anbieter Ihre Standorte, so dass Sie nicht immer wissen können, in welchem Land sich Ihre Daten befinden.

Die Kosten sind ebenfalls ein Faktor. Kostenlos ist eine Cloud in der Regel nur für geringe Datenmengen. Für mehr Speicher, der für all Ihre Daten reichen soll, fallen Kosten an und diese zahlen Sie schließlich laufend anstatt einmalig.

Fazit

Wer seine Daten sichern möchte, hat die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Möglichkeiten und jede hat ihre Vor- und Nachteile.
Wie oben beschrieben, sollte man seine Datensicherungen immer mithilfe von mindestens zwei Datenträgern durchführen und diese im Idealfall an zwei unterschiedlichen Orten lagern.

Auch überlegenswert ist es, zwei verschiedene Arten von Medien zu verwenden, etwa externe Festplatten und die Cloud eines Anbieters. In so einem Falle würden Sie dann die HDDs für sensible Daten nehmen und für alles andere auf die Cloud-Lösung zurückgreifen.
Übrigens: Ganz wertvolle Dinge, die einem sehr viel bedeuten, wie etwa Bilder, können auch analog „gesichert“ werden, zum Beispiel in Form eines Fotobuchs. Das hat sogar den Vorteil, dass diese „Daten“ auch in 100 Jahren noch „ausgelesen“ werden können, falls sie einer Ihrer Nachfahren auf dem Dachboden entdeckt – denn für analoge „Dateien“ gibt es keine Formate, die irgendwann nicht mehr unterstützt werden.

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