Ratgeber
Veröffentlicht:
Update:
Lesedauer:
3 Minuten

Welches RAID ist im NAS für Heimanwender empfehlenswert?

Passendes RAID für Privatanwender | Bild : © fireflite59 (Дмитрий Лешкин)/Depositphotos.com

Sie haben zu Hause ein NAS-System, aber noch kein RAID eingerichtet? Erfahren Sie hier, welches RAID-Level zu Ihren Bedürfnissen passt!

Die für Heimanwender gebräuchlichsten RAID-Level

Ein RAID (Redundant Array of Independent Disks) ist eine Datenspeichertechnologie, bei der Sie mehrere Festplatten zu einem einzigen oder mehreren Laufwerken kombinieren können. Zur Auswahl stehen verschiedene Möglichkeiten, RAID-Level genannt. Die verschiedenen RAID-Level bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Zum einen können sie die Datenredundanz erhöhen und so im
Falle eines Festplattenausfalls die Daten einfach wiederherstellen (RAID 1 oder 5). Ein anderes Anwendungsszenario ist die Vergrößerung des Laufwerks durch Kombination mehrerer Platten (JBoD). Oder Sie können durch ein RAID den Datendurchsatz des Systems erhöhen (RAID 0). Die verschiedenen RAID-Level unterscheiden sich somit in Bezug auf Fehlertoleranz und Redundanz,
Kapazitätserweiterung oder Datendurchsatz. In den üblicherweise erhältlichen NAS-Systemen für den Privatanwender besteht gewöhnlich die Möglichkeit, ohne viel Aufwand ein RAID einzurichten. Wichtig dabei ist, dass Sie zwei Dinge beachten. Zum einen benötigen manche RAID-Varianten eine Mindestanzahl an Festplatten. Daher muss das NAS-System genügend Festplatteneinschübe besitzen. Zum anderen sollte das RAID eingerichtet werden, bevor Sie Daten auf die Festplatten schreiben. Nicht alle NAS kommen mit bereits beschriebenen Festplatten zurecht, dies kann im schlimmsten Fall zum Verlust Ihrer Daten führen.

Einzeldisk (ab einer Festplatte)

In einem NAS können Sie entsprechend der Anzahl an Einschüben einzelne Festplatten einbauen. Jede physische Festplatte wird dann als einzelnes logisches Laufwerk angezeigt. Einzeldisks sind die einfachste Methode ein NAS-System mit Festplatten zu bestücken. Es entspricht der Logik, wie üblicherweise Festplatten in einen PC eingebaut werden. Allerdings werden damit die Möglichkeiten eines NAS nicht genutzt. Fällt eine Festplatte aus, sind alle Daten auf dieser Platte betroffen, allerdings nicht die der anderen Platten. JBoD – Just a Bunch of Disks (ab zwei Festplatten) In einem JBoD-Verbund werden mehrere Festplatten zu einem größeren Laufwerk zusammengefasst. Das Augenmerk in diesem Verbund liegt auf einer hohen Gesamtkapazität an Speicherplatz, da dieser der Summe aller eingesetzten Festplatten entspricht. Der Vorteil von JBoD ist die einfache Zusammenfassung von Festplatten verschiedener Größe zu einem logischen Laufwerk. Allerdings gehen bei einem Defekt einer Festplatte aus dem Verbund alle Daten verloren, da diese Konfiguration keine Redundanz aufweist. Je mehr Festplatten eingesetzt werden, desto höher ist somit auch das Risiko für einen potenziellen Ausfall.

RAID 0 (ab zwei Festplatten)

Diese Variante sollten Sie wählen, wenn Geschwindigkeit bei ihnen im Vordergrund steht. In einem RAID 0 werden die Daten beim Abspeichern gleichmäßig auf zwei oder mehr Festplatten verteilt. Dadurch sind die Lese-/Schreibraten unter RAID 0 schneller im Vergleich zur Speicherung auf einer einzelnen Festplatte. Die Speicherkapazität unter RAID 0 entspricht der doppelten Kapazität der kleinsten eingebauten Festplatte.

Durch die schnelleren Lese-/Schreibzugriffe eignet sich RAID 0 für die Bearbeitung größerer Datenmengen (beispielsweise Bilder oder Videos) sowie die Ausführung von ressourcenintensiven Anwendungen. Diese Variante ist in der Regel aber nur auf einem stationären Computer sinnvoll, da möglicherweise Ihr Netzwerk den Tempogewinn ausbremst. Das größte Manko des RAID 0-Verbundes ist die Gefahr des kompletten Datenverlusts bei Ausfall nur einer Festplatte durch die verteilte

Speicherung der Daten auf mehreren Festplatten.


RAID 1 (ab zwei Festplatten)


In einem RAID 1 werden die Daten auf den eingebauten Festplatten gespiegelt, somit steht hierbei dieDatensicherheit im Vordergrund. Üblicherweise werden für diese RAID-Konfiguration zwei Festplatten gleicher Größe verwendet, auf denen immer identische Daten vorhanden sind.
RAID 1 bietet Ihnen große Sicherheit für Ihre Daten, da sich diese gespiegelt auf mehreren Festplatten befinden. Weist eine Festplatte einen Defekt auf, sind die Daten auf der anderen Platte noch vorhanden. Die betroffene Platte kann im Betrieb ausgetauscht und die Daten auf eine neu installierte wiederhergestellt werden. Die Schreibleistung bei diesem Raid-Level entspricht der eines einzelnen Laufwerks, die Leseleistung dagegen ist bei Zugriff mehrerer Nutzer erhöht, da das System auf mehrere Platten zugreifen kann.
Der Nachteil am RAID 1 sind die im Vergleich zu anderen RAID-Leveln höheren Kosten. Mindestens die Hälfte der verbauten Festplattenkapazität geht verloren. Die Speicherkapazität entspricht der, der kleinsten verwendeten Festplatte.

RAID 5 (ab drei Festplatten)

Für ein RAID 5 sind mindestens drei Festplatten erforderlich. Bei diesem RAID-Level werden bei einem Ausfall eines Laufwerks die Daten aus Prüfsummen, die auf den restlichen Laufwerken gespeichert sind, rekonstruiert. Dadurch verfügt RAID 5 über eine höhere Fehlertoleranz als die bisher beschriebenen Konfigurationen. Die Kapazität eines RAID 5-Systems entspricht (Anzahl Festplatten – 1) x Kapazität der kleinsten Festplatte.

Ein RAID 5 weist eine hohe Datensicherheit auf, ohne dass die Hälfte der eingesetzten Festplattenkapazität verloren geht wie bei einer RAID 1-Installation. Allerdings sind während eines Rekonstruktionsvorgangs die Lese- und Schreibleistung stark beeinträchtigt. Sollte in dieser Zeit ein weiterer Festplattenfehler entstehen, besteht das Risiko eines kompletten Datenverlusts.

Weitere RAID-Level

Es existieren weitere RAID-Level, die aber für Heimanwender weniger sinnvoll erscheinen. Diese komplexeren Systeme erfordern entweder in der Implementierung ein vertieftes Wissen oder können aufgrund der Anforderung an die Hardware und Festplattenkapazität nur mit höheren Kosten umgesetzt werden. Höhere RAID-Level bieten eine noch bessere Datensicherheit oder Performance für professionelle Anwendungen wie Datenbank-, Mail- und Webserver.

RAID ersetzt kein Backup

Ein großer Vorteil eines RAID ist der Schutz der Daten bei einem Festplattenausfall (außer bei JBoD und RAID 0), es kann aber ein regelmäßiges Backup nicht ersetzen. Einmal gelöschte Daten lassen sich auch mit einem RAID, das auf Datenredundanz ausgelegt ist, nicht mehr retten. Bei einem Befall mit einem Virus können die Daten möglicherweise ebenfalls nicht wiederhergestellt werden. Auch ein Programmfehler ist möglich, durch den Daten falsch auf den Festplatten gespeichert werden. Daher sollten Sie trotz des Einsatzes eines RAID Ihre Daten regelmäßig auf externe Medien speichern.


Schreibe einen Kommentar

Mit * markierte Felder sind Pfichtfelder